TG Zeilsheim 1885 > Sportabteilungen > Turnen > Rhönrad > Über das Rhönrad

Das Rhönrad

Rhönrad
Das Rhönrad
Das Rhönrad

Das Rhönrad besteht aus zwei kunststoffummantelten Stahlreifen, die durch sechs 45cm lange Sprossen miteinander verbunden sind.
Die Normgrößen bewegen sich zwischen 1,35m und 2,4m immer in 5cm-Abständen.

Beim Rhönradturnen gibt es drei grundlegende Unterscheidungen:

Beim Geradeturnen rollt das Rad auf beiden Reifen geradeaus und der Turner turnt im und am Rad verschiedene Übungen.

In der Disziplin des Spiraleturnens rollt das Rad auf nur einem Reifen und der Turner muss während seiner Übungen das Rad gleichmäßig kreisen lassen

Beim Sprung springt der Turner auf das rollende Rad auf und vollendet die Übung beispielsweise mit einem Salto oder einem Überschlag auf eine am Boden liegende Matte.

 

 
Die Entstehung des Rhönrades

Das Rhönrad wurde von einem Schlosser und Eisenbahngesellschafter namens Otto Feick erfunden. Dieser im westfälischen Reichenbach geborene junge Mann war wegen Spionage zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. In der Einsamkeit seiner Gefangenschaft erinnerte er sich an ein selbst gebasteltes Kinderspielzeug. Damals hat er zwei starke Fassreifen durch Querstreben verbunden, um damit einen Abhang hinunter zu rollen. So entwickelte Otto Feick 1921 die Idee, aus der Vorlage seines Kinderspielzeugs ein Turn- und Sportgerät herzustellen.
Nach seiner Entlassung gründete Feick im Heimatort seiner Frau, Schönau an der Brend, eine Werkstatt für Metallverarbeitung und stellte nach vielen Versuchen das Turnrad her. Seiner neuen Heimat zuliebe nannte er das Rad „Rhönrad“ und meldete es 1925 zum Patent an.

Neben dem Rhönrad, das wir heutzutage kennen, hatte Feick noch weitere Arten des Turnrades entwickelt, doch nur diese eine Version, das sogenannte „Universalrad“ konnte sich bis heute durchsetzen. Feick erfand Räder wie beispielsweise das „Exzelsior-Rad“ das durch seine sehr schmalen Abstände der beiden Reifen sehr wendig und dadurch gut geeignet für Spirale, Schlangenlinien und Achter war. Daneben gab es das „Globus-Rad“, das wie eine Kugel gebaut war, in der fünf Leute gleichzeitig in jede beliebige Richtung des Rades rollen konnten.
Diese Arten der Räder erklären auch, dass neben den Übungen, die wir heute kennen auch Slaloms und Wettrennen zu den Wettkämpfen gehörten.

Die schwierigste Aufgabe für Otto Feick war es, seine Erfindung in der Welt bekannt zu machen. Um das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken, stellte Feick sich mit Hilfe der Turngemeinde Würzburg eine Turnertruppe zusammen, mit der er dann auf Tournee ging. 1929 reiste er sogar nach Amerika, um auch dort die Neuheit vorzustellen.
1930 fand das erste internationale Rhönradturnier in Bad Kissingen statt und zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin konnte Feick eine Gruppe von 120 Turnern und Turnerinnen zusammenstellen, die das Rhönrad nun für alle Welt präsentierten.

Durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges wurde das Rhönradturnen jedoch eingeschränkt und zum Ende des Krieges hin ganz verboten.
Doch nach dem Krieg fanden sich in verschiedenen Orten Deutschlands Rhönradturner wieder zusammen, um die zerstörten Sportgeräte wieder herzurichten und das Training wieder aufzunehmen.
1959 wurde das Rhönradturnen in den Deutschen Turnerbund aufgenommen, woraufhin auch wieder Deutsche Meisterschaften ausgetragen wurden.
Dieses Comeback des Rhönrades erlebte Otto Feick leider nicht mehr, er starb 1959 und wurde in Schönau begraben.